Laborärztliche Gemeinschaftspraxis Lübeck


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Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Laborärzte

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Probenentnahme

 

Korrekte Abnahmegefäße verwenden. Beschriftung vor Blutentnahme. Wenn möglich, dem Patienten seine gefüllten Röhrchen mit seinem Namen zeigen. Blutentnahme nicht mit zu feinen Kanülen; beim Erwachsenen möglichst nicht enger als Nr.12. Bei zu feinen Kanülen und bei zu starkem Ziehen am Stempel kann Hämolyse auftreten.
Möglichst standardisierte Blutentnahmezeit einrichten, z. B. 7 bis 9 Uhr (Ausnahmen bei Tagesprofilen etc.).

Medikamente in der Regel erst nach der Blutentnahme einnehmen (Ausnahme: Spitzenspiegel).

Keine Proben direktem Sonnenlicht aussetzen! Abbau von z. B. Bilirubin oder Pyridinolinen.

Venenblutentnahme unter Standardbedingungen.

 

Sarstedt Handhabungshinweise:
Handhabung Safety Kanüle und Safety Multifly ---> mehr

Handhabung S-Monovette---> mehr

 

1. Venenblutentnahme

  • Blutentnahme soll zwischen 7 und 9 Uhr morgens am nüchternem Patient erfolgen.
  • Letzte Nahrungsaufnahme am Vorabend zwischen 18:00Uhr und 19:00 Uhr (Lipidspiegel)
  • Eine Umgebungstemperatur von 18 - 22 oC ist einzuhalten.
  • Vor der Blutentnahme den Patienten mindestens 10 Minuten ruhen lassen.
  • Blutentnahme aus der Vene z.B. Ellenbeuge: Vena basilica, Vena cephalica, Vena mediana antebrachii, Vena cephalica antebrachii; Handrücken: Rete venosum dorsale manus; Leiste: Vena saphena.
  • Keine Entnahme aus liegenden venösen oder arteriellen Zugängen. Falls nicht möglich sollte mindestens das 10fache des Totvolumen des Katheters vorab entnommen und verworfen werden.
  • Blutentnahme am Arm: Faust nicht ballen bzw. öffnen und schließen ("Pumpen").
  • Auswahl einer gut gefüllten Vene.
  • Desinfektion der möglichen Punktionsstelle mit zugelassenen Desinfektionsmitteln.
  • Zur Bestimmung des Blutethanol keine alkoholischen Desinfektionsmittel verwenden.
  • Anlegen der Staubinde; die Staubinde wird handbreit herzwärts der vorgesehenen Einstichstelle angelegt (bei Entnahme am Arm). Puls fühlen, der Puls muß noch tastbar sein (d.h. Stau zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck)
  • Zum Einstechen der Kanüle möglichst kurz stauen, Einstich streng intravenös; die Haut wird gegen die Stichrichtung gespannt, die Schliffseite der Kanüle ist nach oben zu richten. Sobald Blut fließt: Stauung lösen, Blut entnehmen.
  • Bei der Entnahme von mehreren Blutproben sollte das Gerinnungsröhrchen nie am Anfang stehen (Freisetzung von Gewebefaktoren durch Punktion) Nativröhrchen immer vor Röhrchen mit Additiven (Kontaminationsgefahr).
  • Entnahmereihenfolge bei der Venenblutentnahme
    • Blutkulturen
    • Nativblut (Serum)
    • Citratblut
    • EDTA- / Heparin-Blut
    • Fluoridblut
  • Wurde an einem Arm erfolglos punktiert, sollte der Stauvorgang nicht am selben, sondern am anderen Arm wiederholt werden. Notfalls muß der Stauvorgang distal von der Erstpunktion erfolgen.
  • Sobald das gewünschte Blutvolumen erreicht ist, Tupfer unmittelbar oberhalb der Einstichstelle auf die Vene auflegen, die Kanüle rasch zurückziehen und Tupfer andrücken.
  • Blutentnahmeröhrchen mit Antikoagulatienzusatz müssen sofort mehrmals Überkopf gemischt werden.
    Nicht schütteln !

2. Blutproben für die Gerinnungsdiagnostik

Gewöhnlicherweise wird Citrat-Blut verwendet. Die Blutentnahme für Gerinnungsanalysen sollte immer unter den gleichen Bedingungen erfolgen. Dies betrifft insbesondere folgende Punkte:

  • Lage des Patienten
  • Entnahmestelle
  • Stauungsdauer und -druck
  • Vermeidung von Schaumbildung
  • Vermeidung von Mehrfachpunktionen
  • Konzentration der Citratlösung
  • sofortige Durchmischung der Probe

    Wichtig:
    Probe gut durchmischen und sofort (spätestens nach 1 Stunde) zentrifugieren.
    Mindestens 2500 x  g* 15 min.
    Den Überstand (Plasma) abheben (genügend Abstand zum Buffy coat und zur Oberfläche einhalten) und dafür
    vorgesehene Sekundarröhrchen überführen und ggf. einfrieren (bei -18°C bis -20°C).
    Untersuchungen, die nicht innerhalb von 4 Stunden erfolgen, erfordern immer ein Tieffrieren der Probe !

3. Kapillarblutentnahme

  • Nur bei intakten peripheren Kreislaufverhältnissen. Erwärmen der Punktionsstelle vor der Blutentnahme führt zur einer Arterialisierung des gewonnenen Blutes.
  • Punktionsstellen: Fingerbeere, bei Säuglingen laterale oder mediale plantare Oberfläche der Ferse, Ohrläppchen (Bestimmung der Blutgase, Glucose als Hämolysat).
  • Für Blutbildkontrollen nur die Fingerbeere benutzen.
  • Zwischen Einstichtiefe und Blutmenge besteht eine lineare Beziehung. Lanzette nach Punktionsstelle und erforderlicher Blutmenge auswählen, wobei halbautomatische Systeme vorteilhaft sind.

      Vorgehensweise:

  • Punktionsstelle auswählen, ggf. erwärmen, desinfizieren, kurz lufttrocknen
    Punktion ausführen, ersten Tropfen Blut verwerfen.
  • Röhrchen oder Kapillare an Punktionsstelle bringen,
    ohne starkes Quetschen entsprechende Menge entnehmen.
  • Röhrchen verschließen,

    sofort durch mehrmaliges „Schwenken über Kopf“ mischen bzw. luftblasenfrei gefüllte End-to-End-Kapillare (darf äußerlich nicht mit Blut kontaminiert sein) in zugehöriges Gefäß geben und mischen.

4. 24-Stunden-Sammelurin:

Die Mehrzahl der Urinanalysen wird aus dem 24-Stunden-Sammelurin durchgeführt (beim Erwachsenen muss mindestens eine Menge von  800 ml Urin in 24 Stunden gesammelt werden). Sämtliche Zusätze, die zur Stabilisierung der zu untersuchenden Substanzen erforderlich sind, müssen vor Beginn des Sammelns vorgelegt werden (2-Liter Urinsammelflasche und Zusatz im Labor anfordern). Gesamtmenge durchmischen, abmessen, notieren, dem Labor mitteilen und die zur Untersuchung benötigte Menge in ein Versandgefäß abfüllen. Bis zum Versand Aufbewahrung im Kühlschrank.
Der Urin kann auch in der Urinsammelflasche komplett an das Labor gegeben werden.

Bitte unbedingt beachten, dass der Urin in lichtundurchlässigen Gefäßen gesammelt und versendet werden muss.

 

  • Während der Sammelperiode etwas weniger trinken als üblich, insbesondere auf Alkohol verzichten.
  • Blase morgens nach dem Aufstehen entleeren, diesen Urin aber nicht auffangen. Uhrzeit notieren!
  • Von nun an jeden Urin sammeln, auch bei Stuhlgang. Die Probe kühl lagern und nicht ins helle Licht stellen.
  • Die letzte Sammlung endet zur gleichen Zeit  wie am Beginn des Vortages notiert. Blase entleeren, auch ohne dringendes Bedürfnis und diese letzte Portion auffangen.
  • Die gesamte Menge des gesammelten Urins notieren und die im Untersuchungsprogramm beschriebene Menge so schnell wie möglich zum Arzt, bzw. in die Laborarztpraxis bringen.

Ist eine 24-Stunden-Sammeluringewinnung nicht möglich, ist eine Rücksprache mit dem Labor erforderlich.
Gegebenenfalls kann Nachturin verwendet werden, wobei die Sammelperiode mindestens 6 Stunden betragen und morgens, zum Zeitpunkt des Aufstehens, enden sollte.