Blutentnahme

Laborärztliche Gemeinschaftspraxis Lübeck


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Patienteninformation Alkohol - Test

Alkohol-Test



Liebe Patientin, lieber Patient!

Alkoholismus zählt zu der häufigsten Suchterkrankung unserer Gesellschaft. Seine sozialen, ökonomischen und medizinischen Konsequenzen sind gravierend. Krankheiten, die auf Alkohol­abusus zurückzuführen sind, sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Bereits Jugendliche werden gezielt durch Alkohol­mischgetränke von der Werbung angespro­chen. Mittlerweile schätzt man die Häufigkeit des Alkoholmissbrauchs auf zwischen 10 und 15%. Bei gleichem Konsum ist Alkohol für Frauen schädlicher als für Männer, da sein Abbau bei Frauen – bedingt durch die niedri­gere Konzentration der Alkohol-Dehydro-genase - langsamer erfolgt. Alkohol kann bei entsprechend hohem Konsum alle Organe schädigen.
Unter Alkoholeinfluss treten ge­häuft Verkehrsunfälle, Suizide und Gewaltta­ten auf. Bei Alkoholmissbrauch kann es einerseits zu Übergewicht („Bierbauch“), andererseits aber auch durch Vernachlässi­gung der Ernährung zur Gewichtsabnahme
kommen.
Die Kombination von chronischem Alkoholmissbrauch und chronischem Vitaminmangel ist deshalb häufig.
Andererseits ist das Trinken von Alkohol gesellschaftlich akzep­tiert, das Trinken bestimmter Alkoholika zeugt bei manchen Men­schen von feiner Lebensart. Solange sich der Alkolkonsum auf den privaten Bereich beschränkt, bleiben Sanktio­nen der Gesellschaft aus. Treten jedoch Auffälligkeiten im Berufsfeld und insbesondere im Straßenverkehr auf, muss der Betroffene häufig gegenüber Arbeitgeber, Justiz oder TÜV beweisen, das es sich bei dem nachgewiesenen Alkoholgenuss um eine eher einmalige Entgleisung handelte.
Seit langem ist man daher bemüht, Laborparameter zu entwi­ckeln, die eine objektive Beurteilung eines regelmäßigen Alkoholkonsums erlauben.

Dazu gehören insbesondere die Gamma-GT, ein Leberenzym, sowie das mittlere Volumen der roten Blutkörperchen (MCV).
Die Gamma-GT hat jedoch eine kurze Halbwertzeit (9 - 20 h), so dass eine große Zahl von Patienten bereits nach einer Woche Alkoholkarenz wieder unauffällige Werte haben kann. Das MCV hat einen relativ weiten Normbereich und ist zudem von einer größeren Zahl nicht durch Alkohol bedingter Erkrankungen be­einflusst (einseitige Ernährung, Magenerkrankungen, Vitamin-Mangel).

Carbohydrate-Deficient-Transferrine (CDT) sind Transferrinvarianten, bei denen bestimmte Kohlenhydratketten fehlen. Der Prozentsatz sol­cher defekten Transferrinvarianten vom Gesamt­transferrin im Blut ist der sensitivste und spezi­fischste Parameter für einen chronischen Alkohol­abusus. Nach einem 14-tägigen regelmäßigen Alkohol­konsum von ca. 60 g Alkohol pro Tag, -das ent­spricht ca. 0,6 l. Wein pro Tag-, steigt der CDT-Gehalt im Blut. Bei Frauen genügen auf Grund der niedrigeren Alkoholdehydrogenasekonzentration bereits geringere Mengen für einen CDT-Anstieg. Erst etwa zwei bis drei Wochen nach Beendigung einer solchen Trinkperiode fallen die CDT-Werte wieder in den Normalbereich. Somit steht mit dem CDT ein Parameter zur Verfügung, der bei Verdacht auf erhöhten Alkoholkonsum, zur Kontrolle von Alkoholentzugstherapien sowie zur Abklärung von unklar erhöh­ten MCV und Gamma-GT eingesetzt werden kann. Bei der Be­stimmung von CDT kann es in seltenen Fällen zu falsch positi­ven Befunden infolge Schwangerschaft oder einer genetisch bedingten Transferrin-Variante kommen.

Nur Ihr Arzt kann Sie sinnvoll beraten und über die anfallenden Kosten informieren !