Blutentnahme

Laborärztliche Gemeinschaftspraxis Lübeck


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Patienteninformation Darmkrebs

Darmkrebsrisiko

Liebe Patientin, lieber Patient!

In Europa erkranken jedes Jahr etwa 130.000 Menschen an Darmkrebs. Gewöhnlich sind Männer und Frauen zwischen 50 und 70 Jahren betroffen. Da sich Darmkrebs in der Re­gel langsam aus Vorstufen (Dickdarmpolypen) entwickelt, besteht die Möglichkeit, durch Erkennen und Entfernen der gutartigen Vorstufen das Erkranken an Darmkrebs zu ver­hindern. Wenn Darmkrebs im frühen Stadium erkannt wird, ist er bei ca. 90% der Patienten heilbar.

Der Nachweis von okkultem Blut im Stuhl dient neben der Sigmoidoskopie seit langem der Frühdiagnose prä­kanzeröser Veränderungen im Bereich des Kolons und Rektums. In der Regel wird dafür seit langem der Haemoccult-Test eingesetzt. Dieser basiert auf der Mes­sung der Peroxidaseaktivität; aufgrund der mangelnden Sensitivität dieses Testes wurde ein wesentlich empfindli­cheres Testverfahren entwickelt, in dem neben dem freien Hämoglobin zusätzlich der Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex nachgewiesen wird.

Durch den Einsatz einer im­munologischen Testtechnik werden ernährungsabhängige Resultate vermieden. Auf Grund seiner höheren Empfind­lichkeit ist dieses Testverfahren zudem geeignet, kolorektale Karzinome in früheren Stadien, aber auch Poly­pen des Kolons und Rektums zu erkennen.

Allerdings weist dieses Testverfahren lediglich Blut im Stuhl nach; somit werden nur blutende Darmtumore erfasst. Ein neuer Test ist der Nachweis der Tumor-Typ M2 Pyruvatkinase (M2-PK), der dimeren Form des Isoenzyms Typ M2 der Pyruvatkinase. Sie wird vor allem in proliferie­renden Zellen und Tumorzellen gebildet.

Die Tumor-M2­PK ist ein entscheidendes Schlüsselenzym für die Regula­tion des Tumorstoffwechsels im menschlichen Körper. Die­se dimere Form wird in Phasen erhöhten Zellumsatzes ge­bildet, von Tumorzellen vermehrt exprimiert und in Körper­sekrete abgegeben. Bereits frühzeitig soll es mit Hilfe der Tumor- M2-PK mög­lich sein, Darmtumore zu erfassen. Auch bereits Vorstufen von Darmkrebs – sogenannte Adenome – können erfasst werden. Die Tumor-M2-PK soll eine weitaus höhere Sensi­tivität und Spezifität als die bislang eingesetzten Tests auf Blut im Stuhl besitzen. Sie sollte jedoch immer zusammen mit anderen etablierten Tumormarkern wie dem Hämoglo­bin-Haptoglobin-Komplex bestimmt werden. Bei der Inter­pretation ist jedoch zu berücksichtigen, dass ein negativer Befund ein Karzinom nicht ausschließt und bei weiter­bestehendem klinischen Verdacht weiterführende Diag­nostik z.B. Endoskopie, Sonographie bzw. Röntgen einge­setzt werden sollte. Bei negativer Blutungslokalisations­diagnostik wird empfohlen, den Test nach einigen Wochen zu wiederholen. Grundsätzlich kann dieses Testverfahren sowohl bei symptomlosen Patienten als auch bei Verdacht auf gastrointestinale Blutungen eingesetzt werden.
Als Vor­sorgeuntersuchung ist im Bereich der gesetzlich Krankenversicherten der Test als sog. „IGEL-Leistung“ anzufordern.

Bei Vorsorgeuntersuchungen sollte
eine etwa haselnussgroße Menge Stuhl eingesetzt werden. Bei Risikopatienten empfiehlt sich die Einsendung von Pro­ben aus drei aufeinander folgenden Stuhlgängen. Die Stabilität des Hämog­lobin-Haptoglobinkomplexes sowie der Tumor-M2-PK ist gut, die Proben lassen sich bei Raumtemperatur mindestens 2 Tage lagern.

Nur Ihr Arzt kann Sie sinnvoll beraten und über die anfallenden Kosten informieren !