Laborärztliche Gemeinschaftspraxis Lübeck
  Labordiagnostik für unsere Region
 

Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Krankenhaushygiene






Sämtliche Bereiche der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie werden in der Abteilung für Mikrobiologie abgedeckt. 

Telefon 0451/61090-30

E-Mail mikrobiologie@labor-luebeck.de




Umstellung der Antibiotikatestung auf EUCAST

Umstellung der Empfindlichkeitstestung auf EUCAST

Änderung der Definition für S-I-R

 

Zum 1.12.2019  haben wir unsere Empfindlichkeitstestung von der bisher eingesetzten CLSI-Norm auf die EUCAST-Norm umgestellt.

EUCAST: European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing         CLSI-Norm: Clinical and Laboratory Standards Institute

Die EUCAST-Standards berücksichtigen vermehrt klinische und pharmakokinetische Aspekte bei der antimikrobiellen Therapie. Bei der Verwendung dieser europäischen Norm ergibt sich eine bessere Vergleichbarkeit der in unterschiedlichen Laboratorien gewonnenen Ergebnisse.

Wir haben unsere Antibiogramme angepasst!

Bei EUCAST nicht gelistete bzw. nicht empfohlene Antibiotika-Keim-Kombinationen können ggfs. fehlen. Dies trifft in der Regel auf Substanzen zu, deren therapeutische Wirksamkeit bei den jeweiligen Erregern nicht belegt ist.

Wichtige Beispiele sind die Makrolide bei Hämophilus spp., Chinolone bei Enterokokken und die ß-Laktam-Antibiotika bei Acinetobacter spp.

Gleichzeitig führen wir ab sofort die durch EUCAST neu definierten Bewertungskategorien S/I/R ein.

S – Sensibel bei Standardexposition   hohe Wahrscheinlichkeit für einen therapeutischen Erfolg bei Standarddosierung der Substanz

I – Sensibel bei erhöhter Exposition  hohe Wahrscheinlichkeit für einen therapeutischen Erfolg, sofern der Erreger einer höheren oder intensiveren Antibiotikaeinwirkung ausgesetzt wird, z.B. erhöhte Dosis, parenterale Applikation

R – Resistent auch bei erhöhter Exposition besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein therapeutisches Versagen

 Nutzen Sie hierzu auch unseren Laborflyer „Resistenztestung und Antibiotika-Dosierung“, in dem wir für die oralen Antibiotika sowohl die Standarddosierung als auch die hohe Dosierung aufgelistet haben.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen: www.eucast.org oder www.nak-deutschland.de            (Laborinformation Dezember 2019)



Resistenzstatistik 2018

Die Auswertungen der Einsendungen in unsere mikrobiologische Abteilung, incl. der Resistenzstatistik ausgewählter Erreger sowie Therapiehinweise zu einzelnen Erkrankungen finden Sie hier:


 



Einführung einer neuen Kennnummer zum 1.Juli 2018 in den EBM

32004: Laborkennnummer für gezielten Antibiotikaeinsatz

Antibiotikaresistenzen nehmen zu und sind eine medizinische Herausforderung. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung 2015 die DART 2020 beschlossen (Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie. Sie verfolgt das Ziel durch einen gezielten und koordinierten Einsatz von Antibiotika deren Wirksamkeit langfristig zu erhalten. Hierfür ist u. a. eine schnelle und gezielte Diagnostik notwendig. Dafür erfolgte die Aufnahme neuer Laborleistungen in den EBM. Zusätzlich wurde die neue Ausnahmekennziffer 32004 in den EBM aufgenommen, damit die notwendigen mikrobiologischen Tests keinen negativen Einfluss auf den Wirtschaftlichkeitsbonus der Praxen haben.

Ab 01.07.2018 ermöglicht die neue Kennnummer 32004 für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen mikrobiologische Diagnostik "zur Bestimmung der notwendigen Dauer, Dosierung und Art einer ggfs. erforderlichen Antibiotikatherapie oder bei persistierender Symptomatik vor erneuter Verordnung" ohne Belastung des Laborbudgets.

Folgende Untersuchungen sind Bestandteil des Ziffernkreises der neuen Kennnummer:

  1. Kulturelle bakteriologische Untersuchung von Urin, Abstrichen, Stuhlproben, Sputum, Bronchialsekreten, Bronchiallavagen, Punktaten, Blutkulturen, die Identifizierung der angezüchteten Erreger, sowie die dazugehörige Empfindlichkeitsprüfung incl. Bestätigungstesten bei eventueller Multiresistenz.
  2. Untersuchung des Procalcitonins (PCT) als Marker für bakterielle Infektionen bei ambulant erworbener Pneumonie bzw. akuter Exacerbation einer COPD.

       Hinweis: PCT ersetzt nicht das CRP und ist nicht als genereller Screeningparameter für Entzündungsprozesse geeignet.

Gezielte mykologische Untersuchungen, sowie die Untersuchung auf Dermatophyten fallen nicht unter die Kennnummer.

Bitte denken Sie daran, die Kennnummer 32004 ab 1.Juli 2018 auch ggfs. neben anderen Ziffern in Ihrer Abrechnungssoftware anzugeben.

Die Kennnummer 32006 für den Nachweis meldepflichtiger Erreger (z.B. Norvirus im Stuhl) behält ihre Gültigkeit.